Engagement für und von Jugend und Nachbarschaft im „Gelben Viertel“

In Hellersdorf Süd ist ein neuer Treffpunkt für Menschen aus dem Kiez entstanden.

Ein alter ehemaliger Bienenwagen hat einen schönen Platz auf der Grünfläche neben der Sporthalle Peter-Huchel-Straße gefunden. Dort können Jugendliche mithelfen, ihn zu renovieren und umzubauen oder andere handwerkliche Erfahrungen sammeln. Dafür gibt es auch einen fairen Taschengeldverdienst. Mitmachen ist unkompliziert und das Motto heißt: Hands-on - ran an die Praxis! Es wird geschliffen, geölt, gesägt, gebohrt und geschraubt.

Nach 3-jähriger Erprobung im Rahmen des Landesprogramms FEIN (freiwilliges Engagement in Nachbarschaften) ist JuPoint ab 2024 als Jugendfreizeiteinrichtung mit selbstverwalteter Nutzungsmöglichkeit auch für alle anderen Altersgruppen offen. Wir freuen uns, das Gelände um den alten Bienenwagen auf der grünen Wiese in Hellersdorf Süd langfristig mit vielen verschiedenen Nutzer:innen weiterentwickeln zu können.

JuPoint ist 24/7 offen, die Sitzgruppe und Toilette können auch genutzt werden, wenn wir vom JuPoint-Team nicht vor Ort sind.

Von März bis November sind wir jeden Dienstag und Donnerstag Nachmittag vor Ort und bieten verschiedene Spiele und weitere Aktivitäten an - Jugendliche bauen, gestalten, kochen und wir essen zusammen. 

In den Wintermonaten (Dez.-Feb.) sind wir jeden Dienstag Nachmittag vor Ort.

In den Sommerferien gibt es besondere Angebote, die unter Mitgestaltung von Jugendlichen stattfinden.

Caiju stellt für JuPoint das bereits im Bezirk laufende Projektsystem „Blitzjobs für junge Menschen“ zur Verfügung. Bei dieser Kombination von Nachbarschaftshilfe mit Integrationsanlässen und Kompetenztraining können Anwohner:innen, Firmen und gemeinnützige Organisationen Hilfsleistungen auf Stundenbasis bekommen. Produktive Aktionen wie Umfragen, Bepflanzungsaktionen, Stadtteilfeste sowie auch Haushaltshilfe, Entrümpelungen und andere Hilfsleistungen bei Privatpersonen werden tatkräftig durch Jugendliche mitgetragen.

Die Vorgänge sind unbürokratisch, junge Menschen ohne formelle Vorkenntnisse werden für vielfältige Berufsfelder aufgeschlossen und üben Softskills wie Teamwork, Verantwortung, Pünktlichkeit und Serviceverständnis. Für das Gelbe Viertel bedeuten Blitzjobs auch unkomplizierte Möglichkeiten, Meinungsbilder einholen, Beteiligung bei Weiterentwicklung öffentlicher Gelände, Akquise von Nachhilfegeber:innen und anderer ehrenamtlicher Funktionen, Selbsthilferunden für Alleinerziehende, Einsammlung von Stimmen zu Vergangenheit und Zukunft im Gelben Viertel etc.

Aus mikroökonomischen kleinen Dienstleistungsmomenten entfaltet sich das eigentliche Ziel des Formats: Zweckgemeinschaften zu bilden mit Begegnung und Austausch unter Menschen unterschiedlichen Alters mit ganz unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen. 2014 wurde das „Blitzjob“-Format in Abstimmung mit der Deutschen Rentenversicherung als ein neuartiges Ehrenamtsformat definiert. Im Projektbudget sind für die drei Jahre 4.500€ als Aufwandsentschädigungen für das Mitwirken Jugendlicher bei Projektentwicklungsabläufen geplant. Seit einigen Jahren wird das Projektsystem Blitzjobs - außer für Integration und Engagementsförderung - sowohl in der Jugendberufshilfe (JBA Pankow) als auch in der sozialräumlichen Sozial- und Bildungsarbeit (Quartiersmanagements, aktuell in Mitte und Kreuzberg) eingesetzt.

Im Gegensatz zum stationären Jugendklub verstehen wir mit JuPoint die sozialräumlichen Ressourcen der Nachbarschaft als Handlungsrahmen. Statt der alten Maxime „von der Straße holen“ sagen wir mit JuPoint „in die Gesellschaft einwirken“. Wir wollen Jugendliche ermächtigen und ihnen zutrauen, selbstbewusst und verantwortungsbewusst ihre altersbedingte Funktion der „Rebellion“ engagiert und innovativ umzusetzen.

Obwohl jeder Erwachsene einstimmen kann „ich war auch mal jugendlich“ - etwa bezogen auf "ungehorsam" und "Störenfried-Sein", versteht schließlich auch jeder, dass es an uns Erwachsenen liegt, wann wir Jugendlichen welche Verantwortung überlassen, ihnen Selbstbestimmung und eigene Handlungsideen zutrauen.

In Modellprojekten der letzten zehn Jahren haben wir bei Caiju immer wieder feststellen können, dass desto eher wir Jugendlichen Verantwortungsbewusstsein und eigene Ideenentwicklungen zutrauen, umso gemeinwohlorientierter ihre Aktionen werden. Bei rund zwei Drittel ihrer Aktionsideen verstehen Jugendliche dann nicht nur sich selbst, sondern andere Altersgruppen als Zielgruppe und Nutznießer. Begründet in diesen Erfahrungswerten soll JuPoint alle Alters- und sozialen Gruppen im Gelben Viertel erreichen und aktivieren.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht

Für welche Aktivität interessieren Sie sich?
Ihr Anliegen bzw. was kann Caiju für Sie tun?
Haben Sie Fragen, Ideen und/oder Möglichkeiten?

030 55956592