Forschung und Transfer
Bereits acht Jahre vor der Gründung von Caiju wurde mit dem Projekt ArtSourceLab von Gründer Per Traasdahl eine Plattform für soziale Innovation etabliert.
Nach vielen Beiträgen zu Wissensbereichen wie Traumaforschung, Public Health und Community Psychology wurde klar, dass nachhaltige Innovation nur durch konkrete Umsetzungen definiert werden kann. Die Konsequenz war, die - bald für Jugendhilfe und außerschulische Bildung anerkannte - Organisation Caiju zu gründen. Fortan standen Entwicklungen und Praxiserprobungen neuer Ansätze im Vordergrund, und Berlin war hier die willkommene Werkstatt mit exemplarischen Problemlagen, für die es gilt, Lösungen zu finden. Dafür war es nötig, einen Bogen mit Themenfeldern von psychosozialen Zuständen bis hin zu betriebswirtschaftlicher Handlungslogik zu spannen. Das Ursprungsprojekt ArtSourceLab lebte dabei als Caiju Innovationswerkstatt weiter: Aus Theorie wird Praxis, aus Praxis Theorie.

Vortrag: Blitzjobs für §16h SGB II
Als 2016 der §16 vom SGB II um ein Kapitel - §16h – erweitert wurde und in die Umsetzung gebracht werden sollte, veranstaltete Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge eine deutschlandweite Tagung für Leitungspersonal aus den Jobcentern.
§16h sieht vor, auch Menschen erreichen und absichern zu können, die nicht von selbst zum Amt kommen. Also mehr aufsuchend und besser aufgestellt, um die Instabilität der Zielgruppen auffangen zu können.
Der Grund, weshalb Caiju von Andreas Kuhn-Friedrich, dem Organisator der Tagung angefragt wurde, war nicht, dass wir viel Erfahrung haben, in solchen Problemfeldern zu arbeiten, sondern, dass wir mit dem Blitzjob-Format eine Systematik geschaffen haben, von den Interventionsmethoden bis zur softwaregestützten Arbeit mit Kennzahlen.
Der illustrierte Vortrag ist unter Bausteine/ Blitzjobs für §16h SGB II als Video zu sehen.
Forschungsgruppe aus Japan
Im August 2017 wurde Caiju von einem Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Fukawa aus dem Bereich Sozialpolitik, Faculty of Social Policy, Hosei Universität in Tokyo kontaktiert.
Seit der Einführung des SGB II (Harz IV) in 2005 erforschen sie intensiv dessen Entwicklung, Wirkung und Probleme. In diesem Zusammenhang waren sie auf Caijus Arbeit gestoßen und zu der Ansicht gekommen, dass Caijus Haltung und das Konzept von Blitzjobs sich von allen anderen erforschten Trägern und Ansätzen deutlich unterscheidet. Im folgenden Jahr folgten mehrere Workshops und Interviewrunden, bei denen das gesamte System des Blitzjobs analysiert wurde, unter der Teilnahme aller Akteurstypen im Projekt, inkl. jugendlichen Blitzjobbees.
Mehr zum Treffen und das erste Fachgespräch unter Bausteine/ Forschungsgruppe aus Japan
Transfer: BeratungsSpiele im Forschungsprojekt KLuG
Als das Forschungsprojekt „KLuG“ ("Kompetenzschmiede Lebenswelten und Gesundheit", Alice-Salomon-Hochschule, 2019-2021) auf der Suche nach Methoden war, die besonders geeignet sind, Partizipation als eine Schlüsselstrategie der kommunalen Gesundheitsförderung zu verankern, wurde Caiju kontaktiert.
Caijus Format „BeratungsSpiele“ wurde gewählt, weil es besonders geeignet ist für Prozesse, bei dem Fachleute zusammen mit Adressat:innen bzw. Nicht-Fachleuten mit ganz unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen gemeinsame Lösungen suchen sollen.
Das KLuG-Projekt, unter der Leitung von Prof. Dr. Gesine Bär, setzt an in der Feststellung von Partizipation als eine Schlüsselstrategie der kommunalen Gesundheitsförderung und bietet kommunalen Akteur:innen sowohl Kompetenzvermittlung als auch einen begleiteten Erfahrungsaufbau. Hierbei werden Schulungsmaterialien entwickelt und ein dezentrales Trainer:innen-Netzwerk aufgebaut. Somit kann das Angebot bundesweit verstetigt werden.
Mehr über BeratungsSpiele - aktuelle Qualifizierungsangebote, methodische Hintergründe, Erklärfilm, Erfahrungsberichte, Dokumentation
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