LösungsSpiele – Beteiligung systematisch planen & überprüfen
LösungsSpiele wenden sich an Fachleute und Multiplikator*innen, die vor der besonderen Herausforderung stehen, ihre Zielgruppen durch Hilfe zur Selbsthilfe motivieren zu wollen.
Die Methode wurde im Rahmen von Caiju Innovationswerkstatt um 2010 entwickelt und ist seitdem als Instrument bei Fortbildungen und bei Entwicklungs- und Verarbeitsprozessen in Schulen, in der Stadtentwicklung und für Beteiligungsprozesse eingesetzt worden.
Die Grundlagen
Theoretischer Input und Austausch können Türen zu neuen Perspektiven öffnen. Zurück in den Zwängen des Alltags stellt sich dann häufig die Frage: Wie soll die entsprechende Lösung konkret aussehen? Und wie holen wir die Zielgruppen mit ins Boot, ob diese nun Jugendliche, Eltern oder Kolleg:innen sind? Mit „LösungsSpiele“ setzen wir diese Fragen an erster Stelle.
Wir setzen dafür drei Grundsätze voraus:
- Ich habe und Ich brauche - Jeder Mensch hat etwas (zu bieten) und braucht etwas, um sozial gesund zu sein.
- Geben und Nehmen - Jedem Menschen muss eine Balance von Geben und Nehmen ermöglicht werden, sonst leidet die Würde.
- Faire Deals - Jeder Mensch muss faire (angemessene) Vereinbarungen treffen können, sonst schwindet die Lust an der Teilnahme.
Durchführung
Die Seminare sind praxisnah und orientieren sich an den fachlichen Alltagssituationen der Teilnehmer:innen. In Kleingruppen wird mit Papier und Stift überlegt, welche Fähigkeiten und welche Belastbarkeit besondere Zielgruppen haben. Spielregeln werden diskutiert, neue Kooperationsformen und Handlungsrahmen konkretisiert, die Geben und Nehmen ausbalancieren können.
Workshopdauer: 3 - 6 Std., 1 bis 2 Termine
Anzahl Teilnehmende: 6 - 35 in Gruppen von je 3 bis 6 Teilnehmenden
Zielgruppen: Fachkräfte öffentlicher und freier Träger, ggf. mit Adressat:innen
Einsatzgebiete
LösungsSpiele setzen keine besonderen bildungsbezogenen Vorkenntnisse voraus. Sowohl Gruppen mit ausschließlich Fachleuten als auch heterogene Gruppen von Fachleuten, Bürger*innen und darunter bspw. Jugendliche können auf Augenhöhe gemeinsame Handlungstrategien entwickeln. Zu den bisherigen Anwender:innen gehören:
- Betriebe und Institutionen nutzen die Methode bspw. an Studien- oder Teamtagen, um neue Impulse unter den Mitarbeiter:innen aufzudecken und eine Basis für Wertediskussionen und Konzeptentwicklung zu schaffen. Beispiel: Studientag in einer Schule.
- Netzwerke für Bildung oder Stadtteilarbeit nutzen LösungsSpiele, um ressortübergreifend die Mitwirkungsmöglichkeiten der gemeinsamen Zielgruppen hinterfragen und gemeinsame Interventionskonzepte erarbeiten zu können. Beispiele: Jahresworkshop eines regionalen Bildungsverbundes und Ideenworkshop mit Quartiersräten und Jugendlichen in einem Berliner Brennpunkt.
- Fachleute bauen mit LösungsSpiele Brücken in der Arbeit mit benachteiligten Zielgruppen zwischen individuellen psychosozialen Voraussetzungen und gemeinschaftlichem Betreuungsrahmen. Beispiele: Teams von Sozialarbeiter:innen, die mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten arbeiten, ukrainische Fachkräfte der Jugendarbeit und eine Fortbildungstagung beim Paritätischen Landesverband Berlin.



